Deutsche Sektion des Europäischen Friedensforums epf
Mitglied des Ostdeutsches Kuratorium von Verbänden OKV

ICARUS
      Abschied nach 18 Jahren

Mit diesem Doppelheft verabschieden wir uns von unseren Lesern und Freunden. Von uns nicht zu beeinflussende, vor allem finanzielle Gründe zwingen uns, das Erscheinen unserer Zeitschrift ICARUS einzustellen. 1994 gegründet von Prof. Dr. sc. jur. Uwe-Jens Heuer (†), Prof. Dr. sc. phil. Siegfried Prokop und dem langjährigen Vorsitzenden der GBM Prof. Dr. sc. phil. Wolfgang Richter, hat sich der ICARUS unter den Mitgliedern und Sympathisanten der GBM einen geachteten Namen erworben. Die erste verantwortliche Redakteurin war die Medizinerin Dr. Christa Anders. Zunächst beschäftigte sich die Zeitschrift vor allem mit Fragen der sozialen Theorie und der Menschenrechte. Das blieb auch weiter so; doch ab 2004 erweiterte sich das Profil um Probleme der Kultur, und der ICARUS erhielt dank der engagierten Mitarbeit des Grafikdesigners Prof. Rudolf Grüttner ein ästhetisch anspruchsvolles Äußeres. Ständig war diese Zeitschrift mit den Schwerpunkten der Tätigkeit der GBM eng verbunden, u. a. mit dem Kampf gegen Verletzungen der Menschenrechte im In- und Ausland, mit aktuellen Fragen der Faschismusforschung, mit den Zusammenhängen von Krieg, Frieden und Globalisierung und mit den Versuchen, die Geschichte zu fälschen. Auch die Aktivitäten des Freundeskreises »Kunst aus der DDR« spielten in den vergangenen Jahren eine zunehmende Rolle. Alles das geschah ehrenamtlich und selbstlos; kein Text- oder Bildautor, kein Redakteur erbat und erhielt ein Honorar. Alles geschah freiwillig – aus der Überzeugung heraus, dass eine solche Zeitschrift für den Austausch von Argumenten und Meinungen über politische, philosophische, menschenrechtliche, historische, ökonomische, soziale, rentenrechtliche, juristische und kulturelle Fragen unerlässlich ist. Die Autorenkartei des ICARUS umfasst mehr als 250 Namen: Historiker, Politologen, Völkerrechtler, Juristen und Rechtswissenschaftler, Friedensforscher, Philosophen, Ökonomen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Staatsrechtler, Botschafter a. D., Ingenieure, Journalisten, Theologen, Naturwissenschaftler, Mediziner, Agrarwissenschaftler, Sportwissenschaftler, Kunst-, Kultur- und Medienwissenschaftler, Literatur-, Theater- und Filmwissenschaftler, Schriftsteller, Maler, Graphiker, Bildhauer und Karikaturisten. Auch Autoren aus der Schweiz, aus der Tschechischen Republik, aus Polen, den USA, Kuba und Bulgarien schrieben für den ICARUS und bewiesen ihre solidarische Haltung. Künstler, deren Werke wir abbilden durften, verzichteten auf ihre Urheberrechtsgebühren. Der ICARUS wurde getragen vom Zusammengehörigkeitsgefühl aller, die – in welcher Form auch immer – an ihm mitarbeiteten. Ihnen allen und unseren treuen Lesern ist Dank zu sagen! 18 Jahre sind eine lange Zeit – und alles, was in diesen von gesellschaftlichen Widersprüchen durchzogenen nahezu zwei Dezennien an Erkenntnissen und Erfahrungen zusammengetragen wurde, kann auch in Zukunft nachgelesen und für die Forschung erschlossen werden.

Karl-Heinz Wendt
Bundesvorsitzender der GBM
Dr. Peter Michel
Verantwortlicher Redakteur
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